Raoul Kevenhörsters Fotoarbeiten „ZWISCHENRAUM“
Beim AIV zu Berlin-Brandenburg e.V. steht Fotografie auf dem Programm: „ZWISCHENRAUM“ zeigt Arbeiten von Raoul Kevenhörster (Einführung: Sebastian Wagner). Im Mittelpunkt steht Fotografie als Wahrnehmungsprozess – kurze Zeitfenster, Bewegung, Licht, Geometrie, Stimmung. Der Blick richtet sich auf urbane Zwischenräume und temporäre Zustände, auf Identitäten, die nicht festgeschrieben sind.
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evidare magazin
THE ESSENCE OF LUXURY LIFESTYLE
Raoul Kevenhörster – Künstler, Beobachter
Crémant, Glühwein, Feuerschale: Genau mit dieser Mischung lädt der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg (AIV) heute, am 21.01.2026, zum Empfang in die Bleibtreustraße 33 in Berlin-Charlottenburg. Beginn ist um 18:30 Uhr. Den Rahmen setzt eine Vernissage: „ZWISCHENRAUM“ mit Arbeiten von Raoul Kevenhörster, Einführung durch Sebastian Wagner.
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AZ/Architektur Zeitung
Architecture Journal
Die Poesie der reinen Betrachtung
Raoul Kevenhörster beobachtet den Betrachter. Den Alltagsmenschen, der an der
Ampel steht, auf sein Telefon schaut, innerlich abwesend und äußerlich
unscheinbar. Den Ausstellungsbesucher, den zufälligen Passanten beim Einkauf,
auf der Rolltreppe, an der Haltestelle - sie alle in der Halte-Stille.
In einer zeitgenössischen Version der expressionistischen Plakat-Sprache
komponiert er diese Bilder in Überblendungen zu meisterhaft klaren, ebenso
durchsichtigen wie brachialen Bildern.
Sie sind weder das eine noch das andere - Raoul Kevenhörster vereinnahmt
beides und gibt es in seiner ihm eigentümlichen Sprache aus, das räumliche und
das grafische. Seine digital erstellten Collagen sind unergründlich, und fordern uns
auf, einzutreten in ein kontrolliertes Chaos, ein Panoptikum, das Trümmer der
Wirklichkeit wie in einer Manege zum Reigen vorführt, aber die Show liefern wir -
Kevenhörster triggert unsere eigenen Erinnerungen, die wir selbst angesichts
seiner Kunst zu neuen Mustern ordnen.
Wie bei der Kollision gegenpolig aufgeladener Elementarteilchen löschen sich die
Bilder in Teilen gegenseitig aus, und setzen dabei Energie frei. Das Resultat ist
Stille, aber eine Stille, die die Explosion ihrer Entstehung miterzählt, wie eine
Nebelkammer die unschuldigen Bahnen ihrer Herkunft.
Kevenhörster nimmt sich aus dieser Erzählung als Erzähler heraus. Das reicht
vollkommen - die Fragmente und Gesichtsfetzen, die einklammernde Architektur,
die fröhlich oder bedrohlich huschenden Schatten und Reflexe: sie alle erzählen
das moderne Leben aus der Perspektive eines Künstlers, der sich entschieden hat,
stumm zu bleiben.
Der sich entschieden hat, sich nicht einzumischen in den gewöhnlichen Prozess
des Lebens, und der gerade dadurch dessen Rohmaterial in die Finger bekommt,
so als hätte er molekulare Säure zur Verfügung, wie das Alien, dessen unheimliche
Präsenz sich damit Stockwerk für Stockwerk durch das Raumschiff frisst.
Einzelne Motive mag man vergessen - die Formen sind schwer zu behalten, weil
zufällig. Aber in ihrer Gesamtheit formen sie das rauschende, irisierende Band des
heutigen Lebens, das normalerweise wie taub, nein wie betäubend, an uns vorbei
zieht. Hier in Kevenhörsters Werk brennt es sich ein auf die Hirnrinde, und kann
nicht mehr gelöscht werden, hat man seine Bilder einmal betrachtet.
Deswegen erzählen sie sich am besten als Bildstrecken, als Montagen im wahrsten
Sinne des Wortes. Oft ersetzt der zeitliche Fluss die dritte Dimension. Mit
philosophischen Zitaten versehen, von Schopenhauer, Newton oder Sartre, werden
sie zu Beweismitteln in einem Kriminalfall - sie helfen uns aufzuklären, welche
Verbrechen die Moderne an unserer Wahrnehmung der Wirklichkeit verübt hat.
Die Hast, siegesgewiss und schroff, will sich in den Vordergrund drängeln.
Kevenhörsters Passanten marschieren wie bewusstlos durch meridianisch
angeordnete Straßengeflechte, wenn man das so sagen kann, als seien sie nur
Licht und Farben auf einem Bildschirm. Sie gleiten über die Netzhaut, wie der
Wechsel der Blickrichtung im Traum.
Das beiläufige und profane der Bilder offenbart auch das hässliche und arme des
modernen Lebens, obwohl wir materiell reicher sind als alle Generationen zuvor.
Wir waren beraubt worden, wie es Charles Bukowski einmal formuliert hat.
Die skelettartigen Schatten der modernen Welt gewinnen jedoch nicht in
Kevenhörsters Werk. Sie machen Spektakel und Trara, aber Kevenhörster stellt sie
kalt. Wie Carl der Coyote, der vom Roadrunner reingelegt in den Canyon stürzt
und nur ein Carl-der-Coyote-förmiges Loch im Boden hinterlässt - so entschärft
hier das stille, zufriedene Lächeln des Kompositeurs den kurzen, wenn auch
heftigen Schmerz über die Realität. Hier erzählt einer, der weiß, was Schmerz
bedeutet.
Ein geharkter Zen-Garten übersteht Kriege, Palastrevolutionen und wechselnde
Machthaber, und er ignoriert sie auch. Raoul Kevenhörster harkt behutsam,
beharrlich wie ein Zen-Meister, machtvoll wie Flusswasser, Zen-Gärten in unser
Bewusstsein.
Hat man seine Bildstrecken einmal gesehen, kann man nicht durch Berlin gehen,
fahren, eilen, ohne immer wieder an sie zu denken.
An Inseln der Stille aus Formen, Farben, Gesichtern, Gebäuden, Straßen und
Kunst. Das ist doch wahre Schönheit - die gefunden wird, obwohl man sie nicht
gesucht hat.
Armin Völckers
Maler und Filmemacher
Mir ist Raoul Kevenhoerster u.a. bekannt durch seine filmische und charakterorientierte Fotokunst, die sich vor allem durch seinen sensiblen, kreativen und innovativen Blick auf Menschen, Momente und gesellschaftliche Themen auszeichnet. Neue Blickweisen und Perspektiven auszudrücken ziehen sich dabei als roter Faden durch seine Arbeit.
Raoul schöpft dabei aus seinen ganz eigenen, besonderen Lebenserfahrung und beweist dabei eine Neugier, Offenheit und einen unbeugsamen Ausdruckswillen, der sich auch mit seinen schauspielerischen Ambitionen paart.
Ich bewundere zudem sein Talent, sich allen Widerständen und faktischen Benachteiligungen zum Trotz in das soziale Geschehen einzubringen, seine Mitmenschen durch seine Empathie und seinen wachen Geist zu bereichern und mit einem unbeugsamen Willen neue Wege zu bahnen. Kreativ, wie auch lebenspraktisch.
Wenn sich starke darstellerische Bannkraft auch aus einem unnachgiebigem Veränderungswillen, außergewöhnlichen Handlungen und ansteckender Lust speisen, ist Raoul ohne Zweifel ein bereichernder Teilnehmer entsprechender Schauspiel-Workshops - und für Produktionen mit Anspruch auf Authentizität eine starke Besetzungsoption für passende Rollenprofile.
Hans Koch
Geschäftsführer ndF Berlin, Produzent
Raoul Kevenhörster ist ein Fotokünstler mit Lebensmittelpunkt in Berlin, dessen Werk sich durch die Technik der Mehrfachbelichtung und die Verbindung von Realität und innerer Bildwelt auszeichnet. In seinen fotografischen Kompositionen überlagern sich verschiedene Ebenen zu poetischen Bildräumen, die zwischen Traum und Wirklichkeit oszillieren.
Zentrales Element seines kreativen Prozesses ist ein Zustand höchster innerer Konzentration, den der Künstler als „Vakuum“ bezeichnet. In diesem Moment der mentalen Klarheit entstehen seine Bildkonzepte instinktiv, oft in Sekundenschnelle, bevor sie in der Kamera durch Mehrfachbelichtung manifestiert werden. Kevenhörster beschreibt diesen Vorgang als ein Arbeiten aus dem Innersten heraus – jenseits von äußeren Einflüssen.
Bemerkenswert ist dabei, dass Kevenhörster vollständig auf digitale Nachbearbeitung verzichtet. Seine Fotografien entstehen direkt in der Kamera – ohne den Einsatz von Hilfsmitteln wie Photoshop oder ähnlicher Bildbearbeitungssoftware. Diese bewusste Reduktion verleiht seinen Arbeiten eine besondere Authentizität und unterstreicht den performativen Charakter seines fotografischen Prozesses.
Inhaltlich kreisen seine Arbeiten um existentielle Themen wie Vergänglichkeit, Schmerz, Erinnerung und Wandlung. Wiederkehrendes visuelles Motiv ist dabei das von ihm sogenannte „rote Rauschen“ – eine dominante Farbstruktur, die für ihn sowohl Gefahr und Alarm als auch Leidenschaft und Lebenskraft symbolisiert.
Raoul Kevenhörsters Arbeiten sind nicht nur ästhetisch verdichtete Bilderwelten, sondern auch ein kraftvoller Appell an das bewusste Sehen. Seine Werke fordern dazu auf, die Realität als vielschichtiges, oft widersprüchliches Gefüge zu begreifen und öffnen einen Raum für Reflexion über Wahrnehmung, Identität und das menschliche Dasein.
Ein Leitsatz, der Kevenhörsters Schaffen begleitet, stammt vom französischen Künstler Francis Picabia: „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.“ Dieses Prinzip des Perspektivwechsels durchzieht sein gesamtes Werk.
Dr. Klaus Memmert
Atelier und Showroom Galerie Beyond Reality
Ich kenne Raoul Kevenhörster aus verschiedenen Zusammenhängen. Sowohl als Seminarist diverser filmspezifischer Seminare, aus seiner Mitarbeit beim Movie-College und der Allary-Film, TV & Media München und als kreativer Fotograf.
Er hat in Theorie und Praxis spannende, kreative und überraschende Lösungen in allen Bereichen des medialen Schaffens erarbeitet und einen eigenen Zugang zu allen Themen entwickelt.
Er hat über diverse Filmfestivals, deren Filme und Haltungen berichtet, hat Fachartikel u.a. zu „Accessible Filmmaking“ verfasst und besitzt ein umfassendes bildnerisches Wissen um alle filmische-gestalterischen Prozesse und darstellerische Skills.
Ich kann ihn für alle Arten medialer Vorhaben uneingeschränkt empfehlen.
Prof. Mathias Allary
Movie-College und Allary-Film, TV & Media in München
Einzelbild-Photographie
Eine Photographie ist immer die Darstellung des Ergebnisses einer Abfolge von Ereignissen. Sie hält den jeweils augenblicklichen Zustand der Wirklichkeit fest. Die Folgerichtigkeit der vorausgegangen Ereignisse verschiedener Dauer zeigt sich in Anordnung und Beschaffenheit der verschiedenen Räume und Gegenstände, wie Landschaft und Bewuchs, Gebäude und Pflanzen, dem Zustand der Kleidung, herabgefallene Blätter und Kaugummipapiere und der augenblicklichen Gegebenheiten wie Licht, Wolken, dem Zustand von Oberflächen, Fußgänger und Fahrzeuge, Gesten und Gesichter. Das einzelne Bild zeigt keine Bewegung. Verschiedene Blickrichtungen und zeitliche Abfolgen werden in Bildreihen wiedergegeben.
Mehrfachbelichtete Szenen
Die mehrfachbelichteten Photographien zeigen die letzte kurze Szene eines langen Zeitabschnitts, der zum augenblicklichen Zustand geführt hat. Die Aufnahmelänge dieser Photographien beträgt live höchstens 120 Sekunden. Bei Aufnahmen in der Öffentlichkeit ist genauso wie im Studio eine Vorausschau auf den Ablauf der Ereignisse notwendig. Im Studio ist ein Störungen ausschließender Ablauf der 120 Sekunden möglich, bei Aufnahmen in der Öffentlichkeit werden Störungen möglichst im Voraus einbezogen, um die beabsichtigte Inszenierung zu erhalten.
Gleichzeitigkeit
In einer einzigen Photographie wird so nicht nur das Ergebnis einer Abfolge, sondern ein kurzer Teil der Abfolge selbst gleichzeitig dargestellt. Die räumliche Folgerichtigkeit wird durch eine zeitliche Folgerichtigkeit vervollständigt. Die räumlichen Bestandteile der Szene machen die zeitlichen Ereignisse sichtbar oder bestimmen sie, wie die Veränderung des Lichts auf einer Fassade durch vorbeiziehende Wolken, ein Autoscheinwerfer oder die eben eingeschaltete Straßenbeleuchtung, Bäume im Wind, entlang einer Straße fahrende Autos, eine herunterfahrende Markise, sich ausweichende Passanten, die Gesten eines Gesprächs. Die verschiedenen Blickrichtungen in den mehrfachbelichteten Szenen zeigen die räumliche Ausdehnung in der die Bewegung stattfindet. Die Bewegung im augenblicklichen Zustand der Wirklichkeit wird aufgenommen.
Fritz Göran Vöpel
Digitale architektonische Rekonstruktion
Sehr geehrte Damen und Herren,
Mein Name ist Stephan Beutner und ich bin Vorsitzender der Deutsch-Indischen Gesellschaft Berlin e.V. (DIG Berlin). Unser Verein widmet sich der Förderung der deutsch-indischen Beziehungen, indem er kulturelle, gesellschaftliche und informative Veranstaltungen für ein an Indien interessiertes deutsches Publikum organisiert. Wir unterstützen Mitglieder der indischen Diaspora dabei, sich in Berlin zurechtzufinden, und bieten eine Plattform für Austausch, Dialog und Zusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland in den Bereichen Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft und Kunst.
Es ist mir eine Freude, dieses Empfehlungsschreiben für Herrn Raoul Kevenhörster zu verfassen, der ein geschätztes Mitglied unseres Vereins und ein außergewöhnlich talentierter Fotograf mit einem starken Interesse an Indien ist.
Herr Kevenhörster zeigt seit langem ein tiefes Interesse an der indischen Kultur, insbesondere in den Bereichen Kunst, visuelle Ästhetik und zeitgenössische Fotografie. Seine Absicht ist es, eng mit indischen und indienbezogenen Kunstorganisationen, Institutionen und kreativen Gemeinschaften zusammenzuarbeiten - in Deutschland, und in Indien.
Als Fotograf bringt Herr Kevenhörster einen sehr unverwechselbaren Stil und eine einzigartige künstlerische Vision mit. Seine Arbeit zeichnet sich durch Doppel- und Mehrfachbelichtungen aus, die neue Bedeutungsebenen schaffen, die über die konventionellen Grenzen der Fotografie hinausgehen. Diese komplexen, übereinandergelegten Bilder - die in mehreren Schritten entstehen, ähnlich wie bei Übermalungen oder Palimpsesten - bilden abstrakte Kompositionen, die die Realität transformieren und verfremden und völlig neue Perspektiven auf das Hier und Jetzt bieten. Seine Technik hat aufgrund ihrer konzeptionellen Tiefe, ihrer visuellen Reichhaltigkeit und ihrer Fähigkeit, einen interkulturellen künstlerischen Dialog anzuregen, Aufmerksamkeit erregt.
Der Vorstand der DIG Berlin ist der Meinung, dass die künstlerischen Projekte und das kulturelle Engagement von Herrn Kevenhörster in hohem Maße Unterstützung, Austausch und Zusammenarbeit verdienen. Er ist ein zuverlässiger, umsichtiger Partner, dessen Arbeit ein erhebliches Potenzial für interkulturelle Kreativität und die Stärkung der indisch-deutschen künstlerischen Beziehungen bietet.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Herrn Kevenhörster in seinen Bemühungen, Kontakte zu interessierten Künstlern, Photographen, Netzwerken und Institutionen herzustellen, wohlwollend unterstützen.
Im Namen des Vorstandes der DIG Berlin danke ich Ihnen für Ihre Unterstützung und stehe Ihnen gerne mit weiteren Informationen zur Verfügung.
Stefan Beutner
Vorsitzender der Deutsch-Indischen Gesellschaft Berlin e.V.